„Così“ in der Staatsoper: So muss man es machen! [premium]

Spannend von der Ouvertüre bis zum Schlussakkord: Die aktuelle Besetzung von Mozarts „Così fan tutte“ unter Alexander Soddy passt perfekt zu Barrie Koskys Inszenierung des Treueexperiments.

Sarah Johnson Sarah Johnson · · 2 min read · 0 views
„Così“ in der Staatsoper: So muss man es machen! [premium]

„Così“ in der Staatsoper: So muss man es machen! [premium]

Sarah Johnson · Jun 14, 2026

Spannend von der Ouvertüre bis zum Schlussakkord: Die aktuelle Besetzung von Mozarts „Così fan tutte“ unter Alexander Soddy passt perfekt zu Barrie Koskys Inszenierung des Treueexperiments.

„Così“ in der Staatsoper: So muss man es machen!

Spannend von der Ouvertüre bis zum Schlussakkord: Die aktuelle Besetzung von Mozarts „Così fan tutte“ unter Alexander Soddy passt perfekt zu Barrie Koskys Inszenierung des Treueexperiments.

Agil und ausdrucksstark: Angela Brower als Dorabella und Peter Kellner als Guglielmo. Agil und ausdrucksstark: Angela Brower als Dorabella und Peter Kellner als Guglielmo. Wiener Staatsoper / Michael Poehn 14.06.2026 um 13:54 von Marion Eigl Artikel teilen

Auf die Platzwechsel kommt es an: Mit einigen wenigen Handzeichen verschiebt Don Alfonso, einem versierten Puppenspieler gleich, die Personen. Plötzlich steht Fiordiligi neben Ferrando und Dorabella neben Guglielmo. Ein gesteuerter Partnerwechsel, um die Standhaftigkeit der Frauen auf die Probe zu stellen, der bekanntlich mit einem emotionalen Scherbenhaufen endet. Das Vertrauen ist erschüttert, vermeintliche Selbstbilder zerstört.

Barrie Koskys Idee, dem Ganzen eine Theaterprobe als Rahmen zu geben, mit fließenden Grenzen zwischen Realität und Spiel, findet in der derzeitigen Serie (die Männer sind dieselben wie bei der Premiere vor zwei Jahren) eine kaum zu überbietende, ungemein homogene Umsetzung. Christopher Maltman spielt und singt den gfernzten Intriganten Don Alfonso am Punkt. Seine starke Präsenz ist selbst, wenn er am äußersten Bühnenrand steht und sein Machwerk beobachtet, deutlich spürbar.

Unglaublich fit und agil bewegen sich Filipe Manu (ein Ferrando mit schönem Timbre und leichter Höhe) und Peter Kellner (er holte stimmlich im zweiten Akt deutlich auf) über die Drehbühne und auf den unzähligen Stiegen der immens hohen Bühnenkonstruktion. Olga Kulchynska hat alles, was eine Fiordiligi braucht: einen wunderbar lyrischen, dabei sehr geschmeidigen Sopran samt nötiger Tiefe. Angela Brower überzeugte als ausdrucksstarke Dorabella. Die rotzfreche Despina von Maria Nazarova wickelt ohnehin alle um den Finger. Das Staatsopernorchester spielte unter der beherzten Leitung von Alexander Soddy (er begleitete auch die Rezitative) einen herrlich frischen Mozart und ein himmlisches „Soave sia il vento“.

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